Die ersten drei Jahre sind entscheidend

Gründer machen in der Gründungsphase vieles richtig – der Businessplan wird formuliert, die Verträge werden ordentlich verhandelt, das Gesamtkonzept wird geplant. Nur bei etwa 25 Prozent aller Gründer, die in finanzielle Schieflagen geraten, werden bereits zu Beginn wirklich elementare Fehler begangen. Warum geraten trotzdem viele Praxen nach einiger Zeit finanziell in Schwierigkeiten?

Wie führe ich die Praxis wirklich zum Erfolg?

Häufiger liegt der Grund in der Zeit nach der Gründung. Dabei sind die ersten drei Jahre von entscheidender Bedeutung für den Erfolg einer Praxis. Eine zentrale Frage spielt in dieser Zeit eine wichtige Rolle: Wie führe ich die Praxis wirklich zum Erfolg?

Konkrete Steuerungs- und Führungsanleitung

Dabei reicht nicht der Hinweis auf ein funktionierendes QM-System oder die Wichtigkeit einer Positionierung. Auch fehlt es in der Regel nicht, wie viele behaupten, alleine an betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Es geht um eine konkrete Steuerungs- und Führungsanleitung, die von vielen Gründungsbegleitern nicht erläutert wird.

Hier sind sechs zentrale Aufgaben wichtig, die ein Zahnarzt und so auch jeder Gründer regelmäßig erfüllen muss. Je besser er diese Aufgaben löst, umso stabiler und erfolgreicher wird die Praxis. Gleichzeitig ist es die Möglichkeit zu überprüfen, was der nächste Entwicklungspunkt ist.

Der Nutzen für den Patienten steht im Fokus

Im Kern dieser sechs Faktoren steht die Frage: Welchen Nutzen erzeugst du für die Patienten?

  1. Halte deine Finanzen von Beginn an stabil und transparent. Vermeide dabei negative Kontostände und baue konsequent Rücklagen auf, um chronischen Liquiditätsmangel zu vermeiden.
  2. Kümmere dich um die eigene Leistungserbringung. Wie wirst du schnell und effizient? Wie entwickelst du deine Wirksamkeit auf Patienten? Wie sorgst du für deine Gesundheit? Lerne, Tätigkeiten auch abzugeben (Prophylaxe, angestellter Kollege, Eigenlabor).
  3. Sorge für einfache und klare Abläufe. Das ist in der Praxis der Punkt mit der größten Wirksamkeit. Es sind die kleinen Dinge, die einen Unterschied ausmachen. Dabei sollten die zentralen Fragen sein: Welche EDV passt zur Praxis und wie wird diese angewendet? Wie erfolgt die Patientenvorbereitung und -nachbereitung? Wie sind die Abläufe im Behandlungszimmer? Wie baue ich eine gute Terminstruktur auf?
  4. Sei ansprechend für die richtigen Patienten. Dabei sind drei Dinge entscheidend: Wie kannst du die vorhandenen Patienten an dich binden? Wie können alte Patienten reaktiviert werden? Wie generierst du neue Patienten?
  5. Entwickle dein Team. Stelle sicher, dass jedes Teammitglied zur Praxis steht, die Ziele der Praxis versteht und jeden Tag bereit ist, zum Wohle der Patienten zu agieren. Vermeide Mitarbeiter, die dazu nicht bereit sind.
  6. Vermittle ein klares Bild von der Zukunft. Für was steht deine Praxis? Was sollen die Menschen über deine Praxis sagen? Haben alle Mitarbeiter dieses Bild verinnerlicht? Mit welchen Mitteln kann diese Vision umgesetzt werden?

Fehler, die man zu Beginn oder kurz nach der Praxisgründung macht, lassen sich im Verlauf deutlich schwieriger korrigieren. Der Erfolg wird immer im Praxisalltag geschaffen.

Foto: skeeze - Pixabay