Es werde Licht

Wenn es um den Neubau oder die Renovierung einer Praxis geht, sind die Ansprüche hoch – zu Recht. Die Möglichkeiten von Design, Materialien und Technik sind unglaublich vielfältig, und auch hier ist die „Qual der Wahl“ wörtlich zu nehmen. Für erfahrene Praxisplaner und Praxisberater sind drei Eckpunkte ausschlaggebend: die Raumstruktur, die Möbel und das Licht.

Five Facts

  1. Lichtkonzept, Raumausnutzung und Möbelbauten müssen optimal korrespondieren.
  2. Ein gutes Lichtkonzept richtet sich nach den Anforderungen, die an die Nutzung gestellt werden – also alle Räume genau analysieren.
  3. Bereits in der Trockenbauphase muss das Lichtkonzept klar sein.
  4. Tageslichtweißes Licht entspricht etwa 6.500 Kelvin und ist ideal zum Arbeiten, warmweißes Licht benötigt etwa 2.700 Kelvin und findet sich oft im Wartebereich.
  5. Vorteile der LED-Technologie: vielfältige Lichtqualität, weniger Stromverbrauch, längere Lebensdauer und quecksilberfreies Recycling

Funktionsleuchten werden im seitlichen Deckenrand oder in den Möbeln verbaut
Geilert GmbH

Um modern und clean zu wirken, werden Funktionsleuchten im seitlichen Deckenrand oder in den Möbeln verbaut, oder es werden seitlich aufgereihte Punktleuchten so nach oben versetzt, dass kein Schlaglicht auf den Deckenrand fällt.

Im Idealfall arbeiten das Ärzteteam, das Praxisausbauunternehmen und/oder ein Lichtplaner zusammen. „Lichtkonzept, Raumausnutzung und Möbelbauten müssen optimal korrespondieren, um ein wirklich harmonisches Bild zu liefern“, bestätigt Kathrin Geilert, Praxisausbauexpertin der Geilert GmbH (Leisnig).

Genaue Analyse jedes Raums vornehmen

Wie erfolgreich das sein kann, zeigt eine frisch sanierte, chirurgische Praxis in Berlin: 320 Quadratmeter komplett entkernt und dann völlig neu gestaltet – mit Erfolg. Hell, klar und übersichtlich präsentiert sich die neue Praxis. Bei der Planung standen lichttechnische und gestalterische Überlegungen ganz oben auf der Agenda. Jeder Raum wurde genau analysiert: Vom Empfangsbereich über das Wartezimmer bis zu den Behandlungsräumen. Es galt, die Bedeutung jedes Raums nach seiner Funktion, der Nutzung sowie der visuellen Gestaltung einzuordnen.

„Ein gutes Lichtkonzept richtet sich ausschließlich nach den Anforderungen, die an die Nutzung gestellt werden. Im Behandlungszimmer ein neutrales Licht in geeigneter Lichtstärke, im Wartebereich eine wärmere Lichtfarbe und eine energiearme Grundbeleuchtung, die als Dauerlicht für die Wartezonen permanent genutzt wird“, erklärt Dirk Lindner, verantwortlicher Innenarchitekt und Lichtplaner der Berliner Praxis. Vor deren Umbau gab es hier nur eine reine Standardbeleuchtung – funktional und eher grob gehalten. Das neue Beleuchtungskonzept gliedert sich in Funktions- und Effektbeleuchtung, ohne dass sich die Effekte zu vordergründig nehmen.

Schon in der Trockenbauphase muss das Lichtkonzept stehen

„Um den Wunsch der Praxisinhaber nach nachhaltiger und zeitloser Ausstattung zu erfüllen, kam nur modernste LED-Technik infrage. Sie spiegelt den Stand der Technik wider“, so Lindner weiter. Im Trockenbau wie auch beim Innenausbau ist es wichtig, die Revisionierbarkeit, Belüftung und Wärmeableitung der LED-Leuchten zu berücksichtigen. Da im modernen Umbau die Arbeiten im Trocken- und Innenausbau immer mehr zusammenwachsen, ist dies selten ein Problem. Bereits in der Trockenbauphase muss das Lichtkonzept klar sein, denn vor allem in Räumen mit hoher Leuchtendichte ist eine Vollintegration der Lampen sinnvoll.

Viele Ärzte wollen Decken und Wände möglichst frei von Leuchten halten, um modern und clean zu wirken. Hier wird auch das Beleuchtungskonzept schlicht und zurückhaltend ausgerichtet. Entweder werden Funktionsleuchten im seitlichen Deckenrand oder in den Möbeln verbaut, oder es werden seitlich aufgereihte Punktleuchten so nach oben versetzt, dass kein Schlaglicht auf den Deckenrand fällt. So verschwindet ein Teil der Leuchten aus dem Blickfeld.

LED-Technologie bietet unzählige Möglichkeiten
Geilert GmbH

LED-Technologie bietet unzählige Möglichkeiten

„Auch in der Berliner Praxis wurden viele Leuchten flächenbündig in Decken und Wände eingesetzt. Funktions- und Effektbeleuchtung bieten eine integrierte Doppelfunktion“, erläutert Lindner. Alle Leuchten sind dimmbar, sodass die Lichtsituation an die Erfordernisse angepasst werden kann. LED-Technologie bietet alles – von real wirkendem Tageslicht bis zu atmosphärischem Farblicht. Intuitive Bedienpaneele erlauben es, bequem zu dimmen und Lichtfarben stufenlos einzustellen.

Die Maßeinheit Kelvin bestimmt Farbtemperatur-Regelung und Lichtfarbe einer Lampe. Tageslichtweißes Licht entspricht etwa 6.500 Kelvin und ist ideal zum Arbeiten, stimmungsvolles, warmweißes Licht benötigt etwa 2.700 Kelvin und findet sich oft im Wartebereich. Eine gute Beleuchtung kann mittels Warm-, Kalt- oder farbigem Licht unterschiedliche Stimmungen bei den Patienten und Mitarbeitern hervorrufen.

Im Fall der renovierten Praxis in Berlin wurden LED-Lichtpaneele mit neutralem Licht 4.000 Kelvin mit 620 x 620 Zentimetern für alle Untersuchungs-, Funktions- und Eingriffsräume gewählt. Zusätzlich finden sich Einbauspots sowie große runde Aufbauleuchten für Empfangs-, Warte- und Flurbereich. Für eine effektvolle Tresenbeleuchtung wurde eine Design-Pendelleuchte gewählt – eine Kombination aus modernster Lichttechnik und edlem Marmor. Pendelleuchten wie diese werden dank LED-Technik immer graziler und avancieren zum echten Eyecatcher.

Auch Umweltaspekte und Kosten spielen eine Rolle

Der Umstieg von Halogen auf LED hat laut Lichtplaner Lindner nicht nur positive Auswirkungen auf die Lichtqualität, auch der verminderte Stromverbrauch, die längere Lebensdauer und das quecksilberfreie Recycling sind echte Pluspunkte, die auch im Praxisteam gut ankommen.

Wichtig ist es, Möbeleinbauten und Leuchten genau aufeinander abzustimmen. Besonders der Empfangsbereich mit seinem langen, organisch geformten Tresen verfügt über ein besonders funktionales Arbeitslicht, andererseits setzen Pendelleuchten und Einbauspots lichttechnische Akzente, um das außergewöhnliche Möbelstück aus der Werkstatt der Geilert GmbH gekonnt in Szene zu setzen. „Zusammen mit dem Team der Geilert GmbH waren viele kreative Lösungen möglich“, fasst Lindner zusammen.

Titelbild: Geilert GmbH