Unverwechselbar und anders: Der richtige Name für deine Praxis

Eine Zahnarztpraxis namens „Edelmund“, „Mundstolz“, „dent.taurus“ oder „Edel & Weiss“? Gib's zu – du hast beim Lesen gerade geschmunzelt.

Und nicht nur das: Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass du dir zumindest einen dieser Namen sofort gemerkt hast. Das sagt nicht nur die Hirnforschung, sondern auch unsere Erfahrung im Bereich des Praxismarketings. An einen Namen, der sofort ein Bild oder ein Gefühl assoziiert, erinnern sich potenzielle Neupatienten nämlich leichter als „Zahnartpraxis Dr. Soundso“. Und das vor allem in puncto Sympathiewerten und Wettbewerbsvorteilen.

Alles nur Schall und Rauch? Mitnichten, denn schließlich stehen auch Zahnarztpraxen untereinander im Wettbewerb. Das Ziel einer Dachmarke ist es, ein unverwechselbares Erscheinungsbild zu schaffen, das im besten Fall die Leistungen und Werte des Praxisbetreibers authentisch wiedergibt und sich erfolgreich von den Wettbewerbern unterscheidet. Je cleverer und schlüssiger das im Rahmen eines durchgängigen und individuellen Corporate Designs geschieht, desto höher ist die Nachhaltigkeit.

Positive Werte und Emotionen vermitteln

Positive Namen können das oftmals angsterregende Image eines Zahnarztbesuches abschütteln. Mache deutlich, dass es sich bei deiner um keine „normale“ Praxis im klassischen Sinne handelt. Häufig wird im Namen bereits ein Hinweis auf den Standort der Praxis gegeben, wie zum Beispiel „Volksmund Stuttgart“. Dies ist eine gute Möglichkeit, Heimatgefühle zu wecken und Vertrauen zu schaffen. Kreative Namen wirken sympathisch, zeitgemäß, innovativ und leidenschaftlich - eben anders.

Ein weiterer Aspekt: Viele Patienten verbinden heute zahnmedizinische Dienstleistungen wie Implantologie, KfO oder Prophylaxe nicht mit Krankheit, sondern vielmehr mit Ästhetik, Lebensqualität und Schönheit. Warum also sollten sich diese Attribute – sofern man die Leistungen anbietet – nicht auch im Praxisauftritt widerspiegeln?

Praxisschild Feinwerk
Medical Instinct

Feinwerk – feiner Name!

Wichtig ist, dass der Name der niedergelassenen Ärztin durch einen übergeordneten Praxisnamen nicht „neutralisiert“ wird. Dies ist berufs- beziehungsweise standesrechtlich nicht zulässig. So muss der Praxisinhaber, etwa auf dem Praxisschild oder dem Briefbogen, immer mit seiner genauen Berufsbezeichnung und gegebenenfalls seiner Spezialisierung erkennbar sein.

Vorteile bei Praxisverkauf und neuen Behandlern

Eine übergeordnete Marke hat neben Außendarstellung und Werbeeffekten auch pragmatische Vorteile. Sollte beispielsweise ein neuer Behandler zum Team stoßen, müssen Name, Design und Co. nicht zwangsläufig geändert werden. Eine neutrale Dachmarke kann zusätzlich beim Praxisverkauf von Vorteil sein: Werden die Qualifikationen der Praxis mit der etablierten Marke verbunden, profitiert der neue Inhaber von einer reibungslosen Übernahme ohne erhebliche Umsatzeinbußen.

Markenrechte beachten

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wahrung des Markenrechts. Sobald du einen Namen gefunden hast, solltest du recherchieren und überprüfen, ob dieser bereits im dentalen Umfeld existiert, verwendet wird oder geschützt ist. Es ist daher sinnvoll, die Unterstützung einer Fachagentur oder eines Anwalts für Markenrecht hinzuzuziehen. Wirf während der Findungsphase auch mal einen Blick in das Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamts (www.dmpa.de). Das spart Zeit und Kosten.

Praxisschild Weserkind
Medical Instinct

Die Praxis Weserkind

Hinzukommt, dass nicht jeder Name eintragungsfähig ist. Eine Marke ist immer dann geschützt, wenn sie in geeigneter Form, Waren oder Dienstleistungen unterscheiden kann. Marken, die eher beschreibend wirken, sollten nicht monopolisiert werden. So beschreibt etwa „Schöne Zähne“ das Produkt der zahnärztlichen Tätigkeit und steht als Begriff in der Branche allen Zahnärzten zur Verfügung. Achte darauf, dass ein neuer Name nicht nur mit bestehenden identischen Namen in Konflikt geraten kann, sondern dass bereits eine Verwechslungsfähigkeit der Begriffe ein markenrechtliches Problem darstellt.

Testphase mit Testpatienten

Aber woher weißt du, ob ein Name oder eine Marke tatsächlich funktioniert? Um das herauszufinden, arbeitet Medical Instinct bereits vor der Präsentation eines möglichen Praxisnamens mit ständig wechselnden Testgruppen potenzieller Patienten zusammen. Diesen Gruppen werden ohne weitere Informationen zunächst Marken oder Namen präsentiert. Knapp eine Woche später wird bei den „Testpatienten“ angefragt, an was sie sich noch erinnern beziehungsweise was sie mit den Erinnerungen verbinden. Diese Reaktionen werden ausgewertet und beurteilt. Selbst wir sind immer wieder überrascht, welche teils interessanten und völlig unerwarteten Reaktionen dabei zum Vorschein kommen.

Doch selbst der individuellste Name, der vor Markenrecht und Testpublikum besteht, bringt selbstverständlich nur dann etwas, wenn er durch kontinuierliche Marketingaktivitäten mit Leben gefüllt wird. Ansonsten wird er von potenziellen Patienten nicht wahrgenommen und ist in der Tat nur Schall und Rauch.

Titelfoto: Medical Instinct